Schlagfertig sein

 

Es gibt einen Film, da sagt der eine Indianer zum anderen: “Ich möchte gerne das Kriegsbeil begraben. Und zwar zwischen deine Augen.” Das finde ich schon eine ziemlich coole Ansage. So unter Indianern. Letzthin ging ich in der U-Bahn an einer Gruppe Prolljungs vorbei, sagt einer: “Du kannst mir mal den Schritt schamponieren.” Netter Spruch, dachte ich.

Bei mir ist es ja immer so, daß mir coole Sprüche erst zwei Tage später einfallen. Da werde ich unglaublich ungerecht behandelt. Jemand sagt: “Hau mal ab mit deiner Scheißkiste.” Obwohl ich Vorfahrt habe. Ich bin so verdutzt, daß mir keinerlei Erwiderung einfällt außer “Äh” und blöd schauen. Zwei Tage später wache ich dann auf, und mir fällt eine coole Antwort ein. So etwas wie: “Ey, langsam reiten, Cowboy, sonst kannst du deine Zähne mit gebrochenen Fingern aufheben.”

Dann fühle ich mich mal kurz wie Klaus Kinski und träume davon, wie ich einen Revolver gezogen habe und mich der Mercedesfahrer winselnd um Gnade anbettelt. Wie ich ihn die Scheinwerfer meines Wagens ablecken lasse. Wie ich ihm trotzdem ins Knie schieße, damit er sich die Lektion auch merkt. Da bin ich dann manchmal ganz froh, daß ich nicht so schlagfertig bin.

< noch ‘n Gedanke >